Eidgenössische Höhere Fachprüfung Beraterin/Berater Frühe Kindheit

Die Tätigkeit in der Mütter- und Väterberatung erfordert umfangreiche Kompetenzen in der Beratungsarbeit und ein fundiertes Fachwissen in diversen Themenbereichen der frühen Kindheit. Im November 2021 trat die Prüfungsordnung zur Höheren Fachprüfung "Beraterin/Berater Frühe Kindheit" in Kraft. Damit liegt für den Fachbereich der Mütter- und Väterberatung ein eidgenössisches Diplom auf Tertiärstufe vor.

Eidgenössisches Diplom: Höhere Fachprüfung (HFP) Beraterin/Berater Frühe Kindheit

Die HFP-Absolventinnen und -absolventen tragen den geschützten Titel Beraterin/Berater Frühe Kindheit mit eidgenössischem Diplom und sind ausgewiesene Fachpersonen in ihrem Bereich. Die eidgenössische Höhere Fachprüfung stellt eine fortgeschrittenen Stufe der Spezialisierung dar und qualifiziert Berufsleute als Expertinnen und Experten in Ihrem Berufsfeld. 

Zulassung zur Prüfung

Der Zugang zum Diplom ist über verschiedene gesundheits- und sozialberufliche Wege möglich. Damit trägt die HFP Beraterin/Berater Frühe Kindheit der Vielfalt und Komplexität der Themen in der Mütter- und Väterberatung Rechnung. 

Gemäss der Prüfungsordnung (Artikel 3), werden zur Abschlussprüfung Personen zugelassen, die:

a) über einen der folgenden Abschlüsse verfügen:

  • ein Diplom als Pflegefachfrau / Pflegefachmann HF,
  • einen gleichwertigen altrechtlichen Abschluss der Diplompflege,
  • einen Bachelor oder Master of Science in Pflege,
  • einen anderen vom SRK anerkannten gleichwertigen Abschluss in Pflege,
  • einen Bachelor of Science Hebamme,
  • Abschlüsse gemäss Art. 11 Gesundheitsberufeanerkennungsverordnung,
  • in Diplom als Kindererzieherin / Kindererzieher HF,
  • dipl. Kindererzieherin HF / dipl. Kindererzieher HF
  • ein Diplom als Sozialpädagogin / Sozialpädagoge HF,
  • dipl. Sozialpädagogin HF / dipl. Sozialpädagoge HF;

b) über eine Berufserfahrung im Äquivalent von mindestens vier Jahren zu 50% in einer der folgenden Einheiten verfügen: Mütter- und Väterberatung, Kindertagesstätte, Kinderheim, Neonatologie, Säuglingsabteilung, Wochenbett, Kindernotfall, pädiatrische Stationen, Kinderspitex;

  • Hinweis: Es ist nur Berufserfahrung anrechenbar, die mindestens in einem 50%-Pensum absolviert worden ist.

c) über die erforderlichen Modulabschlüsse bzw. Gleichwertigkeitsbestätigungen verfügen.

Vorbereitende Kurse und Bildungsanbieter

Um zur Prüfung zugelassen zu werden, müssen die Prüfungsanwärter und - anwärterinnen verschiedene Kursmodule absolviert haben (oder eine als gleichwertig anerkannte Qualifikation aufweisen). Weitere Informationen erhalten Sie auf der Website des Bildungsanbieters.

Folgende Bildungsinstitutionen bieten aktuell die vorbereitenden Kurse zur HFP Beraterin/Berater Frühe Kindheit an:

Durchführung der Prüfung

Die erste Prüfung findet voraussichtlich 2024 statt. Die Abschlussprüfung wird mindestens 10 Monate vor Prüfungsbeginn ausgeschrieben. Das Prüfungssekretariat übernimmt EPSanté

Die eidgenössiche Höhere Fachprüfung kann in einer der drei Amtssprachen Deutsch, Französisch, Italienisch absolviert werden.

Übergangsbestimmungen und nachträglicher Titelerwerb

Gemäss den Übergangsbestimmungen zur Prüfungsordnung (Artikel 9) können Inhaberinnen und Inhaber der folgenden Abschlüsse das eidgenössiche Diplom Beraterin/Berater Frühe Kindheit ohne Prüfung verlangen:

  1. "NDS Mütter- und Väterberatung Careum Weiterbildung, Aarau" für Absolventinnen und Absolventen, die den Bildungsgang auf der Basis des Curriculums vom Mai 2018 absolviert haben und welche über eine Berufspraxis in Mütter- und Väterberatung im Äquivalent von drei Jahren bei einem Beschäftigungsgrad von 50% verfügen,
  2. "NDS Mütter- und Väterberatung Careum" Curriculum 2005 – 2018, "Höheres Fachdiplom Mütterberaterin HFD, WE’G Zürich", und "Gesundheitsschwester Mütter-Väterberatung, interdisziplinäres Spitex-Bildungszentrum ISB, Zürich, und Schule für spitalexterne Kranken- und Gesundheitspflege Zürich», welche über eine Berufspraxis in Mütter- und Väterberatung im Äquivalent von fünf Jahren bei einem Beschäftigungsgrad von 50% verfügen.

Angerechnet wird nur Berufserfahrung, die nach Erlangen des Abschlusses, der zum prüfungsfreien Diplomerwerb berechtigt, erworben wurde.

Gesuche für einen prüfungsfreien Diplomerwerb gemäss Übergangsbestimmungen können erst nach der ersten Durchführung der HFP (voraussichtlich 2024) eingereicht werden. Weitere Informationen dazu folgen zu gegebener Zeit. 

Trägerschaft

Getragen wird die neue Höhere Fachprüfung (HFP) vom Schweizerischen Fachverband Mütter- und Väterberatung, der Dachorganisation der Arbeitswelt Soziales SAVOIRSOCIAL und der Dachorganisation der Arbeitswelt Gesundheit OdASanté.